Fokus auf Nasenspitze oder drittes Auge ?

Lektion 20: Der ignorierte Teil der Überschrift

Sodarshan Chakra Kriya: Meditation für Fokus […]

Fokus 1: Der Bauch

Je nach Weltbild gibt es einige irdische Orte, die, als die Erde noch eine Einheit mit dem Menschen bildete, als Nabel der Welt angesehen wurden. Ich selbst habe 2 solcher Zentren der Welt besucht und kann mit Sicherheit sagen, dass mich die Anwesenheit dort dem Verständnis der Welt nicht näher gebracht hat. Ganzheitlich gesehen können wir aber in unserem eigenen Körper suchen, denn Leonardo da Vinci hat illustriert, wie der Nabel das Zentrum des Menschen ist.

Die schöpferische Energie die damit verbunden ist wird in alten indischen Legenden bildlich dargestellt, wo Brahma, die Welt aus seinem Nabel raus kreiert hat.

Genesis 1,26: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

SCK ist aus dem 17. Jahrhundert; es gab aber schon eine sehr ähnliche Übung aus dem 13. Jahrhundert : Das Jesus-Gebet, wozu ich ironischer Weise eine Passage in diesem englischen Buch gefunden habe, die Pranayama und Yogi Bhajan diskreditieren. (Man kann daran sehen, dass oft sogar in Gegenstimmen interessante Aspekte gefunden werden können).

”’Irénée Hausherr, ein französischer Jesuit und Professor für Patristik und ostkirchliche Spiritualität am Päpstlichen Orientalischen Institut schrieb darüber :

“Sie beinhaltet zweierlei Übungen: Unbegrenzte Wiederholung des Jesus-Gebets: ‘Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner.’,
und Omphaloskepsis: in Dunkelheit sitzen, den Kopf beugen, den Blick auf das Zentrum des Bauches lenken;
und gleichzeitig das Zentrum des Herzens zu entdecken suchen.
Wiederholt man diese Übung unermüdlich, ständig begleitet vom selben Bittgebet, im Einklang mit dem Rhythmus des Atems, der so stark als möglich verlangsamt ist, wird man, wen man Tag und Nacht in diesem Gebet verweilt, letztendlich finden, was man gesucht hat : den Ort des Herzens, und mit ihm alle möglichen Arten von Wundern und Wissen”.

Jean Gouillard zitiert den christlichen Mönch Nicephorus des 13th Jahrhunderts, der sagt:

“Wenn Du, Deinen Geist beruhigst, leite ihn – Deinen Geist, ich sage – in Deine Nasenlöcher ; Das ist der Weg, den der Atem braucht, um zum Herz zu gelangen.
Drücke ihn, forciere ihn, während des Einatmens bis zu Deinem Herzen vor zu dringen.
Wenn er dort ist, wirst Du sehen, was für eine Freude folgt und Du wirst nichts zu bereuen haben.”’

Hier sind folgende Elemente zu sehen, die wir schon behandelt haben:

  • Jalandhara bandha (vorgebeugter Kopf) {man denkt, das wäre nur erwähnt worden, weil man, um den Bauch anzuschauen den Kopf ja beugen muss, aber wir wissen ja inzwischen, dass diese Sitzhaltung den hinteren Rücken streckt, um die Kundalini-Energie hoch zu leiten, und währenddessen den vorderen Hals durch das Kopf beugen leicht verschließt.
  • Fokus auf den Bauch, was in SCK durch das Bauchpumpen geschieht.
  • Pranayama – Nasenatmen
  • die Konzentration auf den Jesus (das Göttliche) in uns selbst (unter Aufgabe unserer intellktuellen Selbst-definition, wie ich das Ego nenne)
  • und die tantrische Beziehung von unten (Bauch) und Oben (Herz)
  • und letztendlich …

… der Fokus der Augen

Da wir derzeit am Fokus der Augen auf die Nasenspitze arbeiten, will ich diesen Aspekt noch etwas vertiefen.
Das propagierte (aber auch wie schon gesagte teilweise unbeliebte) Fokussieren auf die Nasenspitze hat mehrere Aspekte:

Man kann sprichwörtlich auf die Nasenspitze schauen, was zweifelsohne seine positive Wirkung auf die zentralen Drüsen im Hirn haben wird – es gibt aber auch die hinduistische Sichtweise das als 3. Auge zu sehen. Ramakrishna beschreibt seine Erfahrung damit so

In despair I said to Nangta [=naked saint]: ‘It is hopeless. I cannot raise my mind to the unconditioned state and come face to face with Atman.’ He [Totapuri] grew excited and sharply said: ‘What? You can’t do it? But you have to.’ He cast his eyes around. Finding a piece of glass [in other stories it was a sharp stone] he took it up and stuck it between my eyebrows. ‘Concentrate the mind on this point!’ he thundered.

“In Verzweiflung sagte ich zu Nangta [dem nackten Heiligen]: Es ist hoffnungslos. Ich kann meinen Geist nicht in diesen bedingungslosen Zustand bringen um Atman zu schauen. Er [sein Lehrer Totapuri] wurde aufgeregt und sagte scharf: ‘Was? Du kannst das nicht tun? Aber Du musst!’ Er schaute um sich und fand ein Stück Glas [in einer anderen Legende war es ein scharfer Stein], was er zwischen meine Augenbrauen bohrte. ‘Konzentriere Deinen Geist auf diesen Punkt!’, wetterte er. Dann mit einer strengen Determination saß ich erneut hin um zu meditieren. Sobald die anmutige Form der göttlichen Mutter schaute, benutze ich meine Entscheidungsfähigkeit als Schwert, um das Bild in zwei Teile zu spalten. Die letzte Barriere fiel. Mein Geist schnellte auf einen Schlag empor und ich verlor mich in meditativer Trance (Samadhi).” Ramakrishna blieb in dieser Meditationshaltung 3 Tage lang am Stück ohne zu essen, trinken oder die Augen zu öffnen.

Then with stern determination I again sat to meditate. As soon as the gracious form of the Divine Mother appeared before me, I used my discrimination as a sword and with it clove Her in two. The last barrier fell. My spirit at once soared beyond the relative plane and I lost myself in samadhi.” (englische Quelle hier) Sri Ramakrishna remained completely absorbed in samadhi for three days. 

Deine Übung für heute

Zähle in der Art Deiner Wahl zu 2 Rythmen während Du sprichwörtlich auf die Nasenspitze schaust (was wahrscheinlich brennen wird).

Dann fahre 4 Atemzyklen (16x Waheguru) mit Deinem Fingerzählen fort,
und fokussiere jetzt mit geschlossenen Augen auf Dein drittes Auge (dem Punkt zwischen den Augenbrauen), um den Unterschied zu erfahren.

Es gibt keine richtige oder falsche Art – ich will Dir hiermit nur vorstellen, was ich erst nach 2 1/2 Jahrzehnten herausgefunden habe, und Du solltest Dir nicht aussuchen, was bequemer ist, sondern was Dir auf Dauer mehr Sinn macht.

Heute erreicht:

Du kannst jetzt 2 Minuten vollständig ohne externe Rythmen meditieren, hast Dir also Dein nächstes Selbst-zertifikat verdient, was Dir Niemand mehr nehmen kann:

Heutiges Selbst-zertifikat:
2 Minuten Sodarshan Chakra Kriya
Stufe: ‘Die halbe Miete

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