Über die Regelmässigkeit

# 5 : Vorbereitungen für später

Weil die nächsten drei mal noch anstrengend für die Bauchmuskeln sind, will ich heute nicht noch etwas Hartes auf die Übung drauf setzen, aber Dich auf später vorbereiten.

Es gibt zwei Arten von Kräften: Die kurzzeitige Adrenalin-Energie, wie man sie im Kraft-training braucht, und das Langzeit-durchhaltevermögen, was durch Regelmässigkeit antrainiert werden kann.

Adrenalin-Energie ist für Gefahrensituationen wie z.Bsp. Flucht und Kampf wichtig, was in der Natur bisweilen Leben retten kann. Das Problem unserer Gesellschaft ist allerdings, dass wir aufgrund von Arbeitsdruck dazu konditioniert wurden dauerhaft auf Adrenalin zu laufen, um uns den Vorteil Anderen gegenüber zu sichern.

Der Nachteil davon ist, dass wir uns damit in eine Position maneuvriert haben, die beständigen schnellen Kurzzeit-nachschub garantiert, weshalb so gut wie Alle von uns dementsprechendes schnellverdauliches Essen konsumieren und uns mit illegalen aber auch vielen legalen Drogen konstant aufputschen; und dann unser aufgeputschtes Nervensystem dann mit entspannenden Antipoden-drogen wieder beruhigen müssen.

Das ist ein sehr langwieriger Prozess aus unseren seit Generationen konditionierten Konsummustern wieder raus zu kommen – umso schwerer, weil der Großteil unseres Sozialisierens damit verbunden ist.

Anstatt sich jetzt aber vom Regen des Fehlverhaltens in die Traufe der neuen Dogmas zu stürzen ist es meiner Meinung nach langfristig nachhaltiger den eigenen Konsum auf seine Wirkung zu beobachten und sich langsam auf neue Erkenntnisse einzuschwingen, also sich nicht mehr an seinen alten Gewohnheiten zu definieren, sondern täglich neu zu beobachten, was für einen selbst wirkt. Jeder ist da Anders und hat ganz andere Bedürftnisse, denen noch eine Weile lang Rechnung getragen werden muss bis sich da ganzheitlich etwas verändert hat.

Sodarshan Chakra Kriya ist die reine technische Anleitung, wie man seine Energie ausbalanciert, aber was Yogi Bhajan nicht erwähnt hat, war die Persönlichkeitsarbeit, ehrlich und immer wieder in sich hinein zu spüren, wie was auf einen wirkt.

Hier mal ein Beispiel innerhalb des Systems von Yogi Bhajan,
was für eine Wirkung eine tägliche Beschäftigung auf Einen haben kann:

  • 40 Tage

    Nach einer täglichen Praxis von 40 Tagen sollen sich Hautzellen verändern und können negative Angewohnheiten, die Dich von der Erweiterung der Yoga Übung zurückhalten, aufgelöst werden.
    Ein Transformationsbeispiel dafür ist Jesus, der 40 Tage lang in die Wüste ging, weltliche Versuchungen verspürte, und nachdem er diesen widerstanden hat als transformierter Mensch zurück kam.
    (Das weckt in mir übrigens den Verdacht, dass er in den 30 verschollenen Jahren eine spirituelle Schulung hinter sich gebracht hat).

  • 90 Tage

    90 Tage täglich zu praktizieren bringt eine neue Gewohnheit in Dein Bewusstsein und integriert sie in Dein Unterbewusstsein. Das wird dich auf eine sehr tiefe Art und Weise ändern.
    Andere Yogi-Bahjan-Lehrer sagten, dass sich dann die Blutzellen verändern.

  • 120 Tage

    Eine tägliche Praxis über 120 Tage wird Deine neue erschaffenes Bewusstsein konsolidieren, und die positiven Vorteile werden permanent in Deiner Psyche verankert.
    Das soll auch die Zeit sein in der sich auch die tiefen Knochenzellen verändert haben; man damit also auch etwas permanent verändert hat, indem man täglich all seine Zellen mit seiner Intention versehen hat.

  • 1000 Tage

    1000 Tage täglicher Meditation soll einen Affen in einen Heiligen transformieren
    (und machen wir uns nichts vor – zum Affen haben wir uns schon genug gemacht).

Natürlich verlange ich nicht, dass Du jetzt drei Jahre am Stück meditierst,
Die Information dient nur dazu, dass Du Dich seelisch ganz langsam von einmal monatlich auf 1, dann 2 mal wöchentlich, und letztendlich auf ein tägliches Meditieren einschwingen kannst.

Heutige Übung

Die heutige Übung ist zunächst genau die gleiche wie gestern, nur mit etwas langsameren Rhytmen:

Sitze mit einem geraden Rücken ( entweder mit gekreuzten Beinen oder in einem Stuhl mit den Füßen flach auf dem Boden ) […]
Chante im Geiste 16 mal ‘Wahe Guru”, und pumpe dazu den Nabel 3 mal mit jeder Repetition ( einmal bei “Waa”, einmal bei “Heh” und einmal bei “Guru”; insgesamt 48 Bauch-Anspannungen.

Originalanleitung von Yogi Bhajan 1990

Neu heute

BEENDEN: Inhaliere und halte die Luft für 5-10 Sekunden an. Ausatmen.

Originalanleitung von Yogi Bhajan 1990


Nach dem die Übung beendet ist
(immer zuerst üben, um Dich nicht zu verzetteln),
richte Dir eine Art Meditationslogbuch ein.
Das kann ein Spreadsheet sein, oder Dein eigener Kalender oder Dein Tagebuch oder ein extra Büchlein, worein Du dann an den ersten Tag an dem Du SCK gemacht hast eine 1 schreiben kannst, an den zweiten eine 2 usw…., und wenn Du mal einen Tag eine Pause machst, dann fange einfach wieder von 1 an. So weisst Du später genau, wieviele Tage Du schon am Stück meditiert hast.

Falls das ein Tagebuch ist, kannst Du dort dann auch Deine Erkenntnisse nach dem Meditieren rein schreiben.


Und später wirst Du eine Eieruhr brauchen, die Du wahrscheinlich schon hast, aber falls nicht, kannst Du Dir jetzt schon eine besorgen .
Außer Eieruhren funktioniert ja jeder Timer im Computer oder Smartphone, und falls Du lieber einen hardware Timer kaufst, um vom Bildschirm weg zu kommen, dann besorge Dir lieber gleich einen Multi-timer, denn später können mehrere timer nützlich werden.

Was den Kauf eines Meditationskissens betrifft, warte noch bis zur nächsten und letzten Erklärung über das Sitzen, damit Du weisst, was für Dich richtig ist.

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